Per Anhalter durch meine Galaxis - Gedanken und Geschichten nicht nur von dieser Welt

"The following statement is false:
The previous statement is true.
Welcome to our corner of the universe

Anonymous
Seefra Denizen
CY 10210"
(Andromeda: The Past is Prolix)

Dienstag, 9. September 2014

Montys Buchtipps - Teil 3


Monty: Willkommen, liebe Leser und liebe Mami, zum vorletzten Teil von Montys Buchtipps. Das letzte Mal haben wir ja eine kunterbunte Sammlung von leckeren, knusprigen, raschelnden ...

Mami: MONTY! AUS!

Monty: ... interessanten, hilfreichen Ratgebern für Hundebesitzer besprochen. Das wollen wir heute auch tun. Allerdings beschränken wir uns dabei auf einen einzigen Autoren. Mami, wer ist das, und was ist so besonders an dem?

Mami: Nun, er ist im Augenblick SEHR populär.

Monty: PopoWAS?

Mami: Bekannt. Er tritt vor Publikum auf und hat eine eigene Fernsehsendung. Aber nicht jeder findet ihn gut.

Monty: Ja, Du sagtest mal, dieser Cesar Millan sei etwas umstritten? Wieso denn das?

Mami: Das ist richtig, mein Schatz. Zum einen hat Mr. Millan keine, sagen wir, standesgemäße Ausbildung als Tierarzt oder Tierpsychologe genossen. Er kam als illegaler Einwanderer aus Mexiko in die USA mit nichts als seiner Fähigkeit, mit Hunden umzugehen und auf sie einzugehen. Das ist einer der Kritikpunkte, dass er im Prinzip ohne Universitätsdiplom, sondern in erster Linie mit Bauchgefühl und Erfahrung seinen Job ausübt.

Monty: Aber den macht er doch ziemlich erfolgreich, oder? Und ist Bauchgefühl und Verständnis für uns nicht viel wichtiger als so ein ... so ein .. Uni ... ter ... Uniteriplätsdivom?

Mami: Universitätsdiplom, Liebling. Das heißt, er hat nicht studiert.

Monty: Ist das schlimm?

Mami: Das ist natürlich nicht schlimm, aber viele Leute kritisieren das. Aber noch viel mehr wird kritisiert, dass er manchmal nicht besonders sanft mit den Hunden umgeht.

Monty: WAS?

Mami: Manche sagen, er behandelt die Hunde brutal und schüchtert sie ein. Er erklärt, dass das die Art ist, wie Hunde im Rudel auch miteinander umgehen würden. "Schnauzengriff", Stupser mit angedeutetem Biss in die Flanke ...

Monty: Er BEISST die Hunde?

Mami: Nein, er macht das mit den Händen. Ehrlich gesagt, mit dem Schnauzengriff hab ich Dir Dein spielerisches Schnappen abgewöhnt, weißt Du noch?

Monty: Ja. So schlimm war das gar nicht. Ich hab dann schnell verstanden, dass ich das nicht machen soll. Das hat meine Mami Emma auch ... ooooohhh!

Mami: Genau. Das meint er damit, wenn er sagt, man müsste mit den Hunden Hundesprache "sprechen". Ich kann Dich stundenlang voll-labern und an der Leine zerren, und Du kapierst doch nicht, was ich von Dir will. Genau wie letzthin, als Dein Nachbar Santos keine Lust mehr hatte, ständig von Dir über den Haufen gerannt zu werden, und Dich einfach kräftig angebellt und nach Dir geschnappt hat.

Monty: DAS hab ich auch schnell verstanden!

Mami: Das meint Millan, wenn er sagt, wir dürfen nicht vergessen, dass unser geliebter vierbeiniger Freund in erster Linie mal ein Hund ist, und erst viel später unser Freund. Das heißt, er muss lernen, sich an Regeln zu halten. Er muss zum Beispiel auch kapieren, dass der Mensch der Rudelführer ist.

Monty: Und so heißt ja auch das erste Buch hier.

Mami: Du bist der Rudelführer: Wie Sie die Erfahrungen des Hundeflüsterers für sich und Ihren Hund nutzen. Es verdeutlicht an konkreten und wahren Fällen - ohne Namen zu nennen -, mit welchen Problemen Hundebesitzer zu Millan kommen, und wie er an die Probleme herangeht. Das ist schon sehr interessant, zu sehen, wie man in speziellen Fällen vorgehen KÖNNTE, auch wenn in seiner Fernsehsendung immer empfohlen wird, die gezeigten Methoden NICHT alleine anzuwenden.

Monty: Im nächsten Buch geht es nur um Welpen.

Mami: Millan hat vier verschiedenrassige Welpen zu sich genommen und ihre Entwicklung aufgezeigt, kombiniert mit Tipps zur Vorbereitung des Welpeneinzugs daheim und zur Erziehung. Das Buch heißt Cesar Millans Welpenschule: Die richtige Hundeerziehung von Anfang an. Es ist sehr interessant, sollte aber wie alle Millan-Bücher mit eigenem Verstand gelesen werden. Also weder das Buch in die Ecke pfeffern, weil einem irgendwas daran nicht gefällt, und dann gleich den Trainer mitsamt all seiner Methoden verteufeln, noch dieses Buch als Bibel ansehen. Eigene Meinung bilden, Leute! Nicht alles an Millans Methoden ist gut, aber es ist auch nicht alles schlecht!

Monty: Und hier ist noch ein vergleichsweise dünnes Buch?

Mami: Davon habe ich die englische Version, weil es die deutsche zu dem Zeitpunkt noch nicht gab: Cesar Millan's Short Guide to a Happy Dog. Die Übersetzung ist aber mittlerweile auch längst auf dem Markt: Die Glücksformel für den Hund: 98 Tipps vom Hundeflüsterer. Das kann man fast als Zusammenfassung von Millans Werk bis dato bezeichnen. Es behandelt folgende Aspekte:
  • So wählen Sie den richtigen Hund aus
  • So korrigieren Sie Fehlverhalten
  • So bleibt Ihr Hund gesund
  • So werden Sie zum Rudelführer

Leider ist das Problem bei Cesar Millans Büchern, dass er sich wiederholt. Er schreibt von sich selber ab.

Monty: Darf er das denn nicht?

Mami: Natürlich DARF er das. Allerdings habe ich im Prinzip vier Bücher hier liegen, die jeweils zu, sagen wir, mindestens 60 oder mehr Prozent alle den gleichen Inhalt haben, auch wenn die Herangehensweise immer eine andere ist. Aber dafür habe ich natürlich viermal Geld ausgegeben. Und das waren keine Discounter-Preise!

Monty: Wenn Du also EINES empfehlen würdest?

Mami: Dann Die Glücksformel für den Hund: 98 Tipps vom Hundeflüsterer.

Monty: Warum gerade das?

Mami: Brutal gesagt, weil es das kürzeste ist. Die Welpenschule ist zwar gut bei jungen Hunden, aber solche Grundlagen finden sich auch in den 98 Tipps. Das gleiche gilt für das Rudelführer-Buch. Dessen Quintessenz hat es ebenfalls in den 98 Tipps. Wie ich sagte, dieses hier fasst sein Werk ziemlich gut zusammen.

Ganz schlimm ist in dieser Hinsicht Welcher Hund passt zu uns?: Ein Beziehungsratgeber für Familie und Hund. Für sich genommen ist es natürlich auch ein guter Ratgeber. Er war der erste Millan, den ich gelesen habe, aber den Inhalt habe ich fast komplett auch in den anderen Büchern gefunden.

Außerdem ist der deutsche Titel komplett irreführend. Ich hatte erwartet, detaillierte Hinweise zu finden, welche Rasse sich für uns eignet und welche nicht. Aber Millan redet hier nur, und auch das lediglich stellenweise - von den verschiedenen Energieleveln, die Menschen und Hunde haben. Und dieser Level sollte bei beiden gleich sein. Das bedeutet nicht nur, dass ein Couchpotato sich keinen Husky, und ein Marathonläufer keinen Hund mir kurzen Beinen oder verkürzten Atemwegen holen sollte, sondern dass jedes Tier UNABHÄNGIG VON DER RASSE einen hohen oder niedrigen Energielevel haben kann. Innerhalb desselben Wurfes kann es also vor Energie überschäumende Quirle genauso geben wie Tiere, die auch problemlos mal eine Weile liegen bleiben und auch geduldig daneben sitzen und auf ihr Futter warten können. Bei einem hektischen Menschen wäre also ein ruhiger Hund nicht unbedingt glücklich.

Was ich an Millan aber wirklich gut finde, beschreibt ein Zitat aus dem Rudelführer: "Unsere Hunde sind unsere Spiegel". Wenn wir also unausgeglichen sind, sind es unsere Hunde auch. Oder: Der Hund ist so, wie der Besitzer ihn macht. Oder: Die Verantwortung trägt immer das andere Ende der Leine.

Monty: ...

Mami: ...

Monty: ...

Mami: Ähm, Monty?

Monty: ...

Mami: Monty?!

Monty: *schnarch*

Mami: MONTYYYY!!!

Monty: Huch, äh, ja, ja. genau, Ende der Leine. Und damit wären wir am Ende der Lei.. äh, des heutigen Gesprächs. Danke, Mami, und bis zum nächsten Millan, äh, Mal.

Mami: Geh Decke!


Lieben Gruß

Euer Monty


P.S.: Und hier wieder die heutige Bücherliste:

Montag, 8. September 2014

Montys Buchtipps - Teil 2


Monty: So, liebe Leser, jetzt geht's los, und Mami erzählt uns was über meine Bücher. Die Bücher über mich, meine ich.

Mami: Fangen wir doch gleich mit einem e-book für den Kindle an. Dieses hier zum Beispiel habe ich damals gelesen, während Du im Palmenhaus auf der Insel Mainau unter der Bank gelegen und geschlafen hast.

Monty: Das ist von Patricia B. McConnell und Aimee M. Moore und heißt Die Hundegrundschule: Ein Sechs-Wochen-Lernprogramm. Das hat die Trainerin in der Hundeschule empfohlen, richtig?

Mami: Genau. Das ist ein sehr übersichtlich aufgebautes Programm, das mir hilft, Dir alle wichtigen Sachen beizubringen.

Monty: Zum Beispiel?

Mami: Nun, dass Du auf Deinen Namen hörst, kommst, wenn wir Dich rufen, nicht an Leuten hochspringst, bleibst, wo Du bist, wenn zum Beispiel ein Auto vorbeifährt, Apportieren ...

Monty: Äh ... Mami?

Mami: Ja?

Monty: So richtig gut kann ich das aber noch nicht ALLES.

Mami: Ich weiß, Du bist ja auch ein lebendiger Hund und kein Computer, den ich nur programmieren muss. Deshalb üben wir ja auch immer und immer wieder.

Monty: Und wenn ich's mache, bekomme ich Leckerli.

Mami: Richtig. Und diese Hundegrundschule ist - wie der Titel schon sagt, "ein Sechs-Wochen-Lernprogramm" mit überschaubaren und erreichbaren Zielen pro Woche, Tipps, wie man sie erreichen kann und sogar Hausaufgaben. Sehr schön sind auch die bunten, witzigen Zeichnungen.

Monty: Bunte, witzige Zeichnungen hat ja auch das Buch von Katharina von der Leyen.

Mami: Stimmt. Das trägt den Titel Braver Hund! und lässt sich mit seiner fröhlichen Schreibweise schnell lesen. Es ist weniger schrittweise aufgebaut, als vielmehr thematisch. Über Welpenzeit gibt es Kapitel, genau wie über die Pubertät oder über das Verhalten, das ein Hund gegenüber anderen Lebewesen an den Tag legen sollte. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis hilft dem Leser, schnell das Kapitel zu finden, in dem ein möglicherweise aktuelles Problem behandelt wird. Wenn der Hund im Garten gräbt, zum Beispiel, oder wenn er Essen klaut.

Monty: Das mach' ich doch gar nicht!

Mami: Essen klauen nicht, das ist richtig, aber ...

Monty: Jaaaa jaaa. Das Buch von Bruce Fogle hat keine Zeichnungen, nicht wahr?

Mami: Nein. Hunde richtig erziehen hat Fotos. VIELE Fotos. Probleme, Tipps und Übungen sind Schritt für Schritt mit Fotos erklärt. Es ist in vier Kapitel unterteilt. Das erste gibt eine Einführung in "Das Wesen des Hundes", das zweite befasst sich mit "Früherziehung", das dritte gibt eine Übersicht über "Aufbauende Erziehung" und das vierte Kapitel hilft, dem Hund "Schlechte Angewohnheiten" abzugewöhnen.

Monty: Und dann hast Du noch zwei Bücher, in denen es nur um MICH geht!

Mami: Naja, so ähnlich. Das sind Bücher speziell über Retriever.

Monty: Sag ich doch!

Mami: Das eine ist von Margitta Becker und Veronika Thiele-Schneider. Es heißt: Golden Retriever: Auswahl, Haltung, Erziehung, Beschäftigung. Das Thema "Haltung" behandelt dabei die Punkte Ernährung, Pflege und Gesundheit. Auch dieses Buch enthält viele Fotos, was gerade im Pflege-Kapitel seht wichtig ist. Allerdings muss jeder Hundehalter selbst für seinen Hund entscheiden, ob er die Ratschläge zu den Themen Ernährung, Impfung und Entwurmung so annehmen möchte, wie sie dort stehen. Zweite, dritte oder vierte Meinungen können zwar zunächst verwirren, wenn man aber gewissenhaft abwägt, wird man sicher zu seiner eigenen Meinung finden. Auf jeden Fall gibt dieses Buch einen guten Überblick darüber, was bei einem Goldie wichtig ist und beachtet werden muss. Und alleine das Inhaltsverzeichnis ist da eine SEHR lange Liste.

Monty: Das andere ist von Norma Zvolsky ...

Mami: ... und heißt Retrieverschule für Welpen. Auch dieses hat wieder sehr viele, sehr schöne Fotos. Es behandelt detailliert die ersten 24 Lebenswochen junger Retriever, unterteilt nach den wichtigen Phasen der Entwicklung, die hier als Sozialisierungsphase, Rangordnungsphase und Rudelordnungsphase bezeichnet werden.

Monty: 24 Wochen? Ich bin doch schon viel älter! Das Buch brauchst Du nicht mehr!

Mami: Aber die Erziehungstipps darin sind schon noch sehr hilfreich. Übrigens hat Deine Züchtermami Gabi auf ihrer Homepage auch noch ein paar weitere Buchtipps, abgesehen von den Tipps, die sie auch selbst dort gibt.

Monty: Und was sind das da noch für drei kleine Bücher?

Mami: Die habe ich erst vor kurzem in einem Discounter gekauft, wo sie nur für kurze Zeit erhältlich waren, wie das eben so üblich ist. Man kann sie aber auch über die Homepage des herausgebenden Lingen-Verlags direkt bestellen. Sie tragen folgende Titel:
  • Leinenführigkeit leicht gemacht - Wenn der Hund sein Herrchen zieht
  • Sport & Spiel mit dem Hund - Spielerisch beschäftigen und trainieren
  • Urlaub mit dem Hund - Deutschland entdecken - Hotels, Strände, Ausflüge, Camping & Co
 
Wie gesagt, ich habe sie erst kürzlich gekauft und noch nicht gelesen, nur durchgeblättert. Aber soweit ich sehen kann, enthalten auch sie viele hilfreiche Tipps. Außerdem sind sie handlich und leicht, können also ziemlich problemlos mitgenommen werden UND kosten nicht viel!

Monty: Vielen Dank, Mami, dann bis zum nächsten Gespräch.

Mami: Mach's gut, Liebling.


Lieben Gruß

Euer Monty




P.S.: Hier ist eine Übersicht über die Bücher, die wir heute besprochen haben:


Sonntag, 7. September 2014

Montys Buchtipps - Teil 1


Hallo, liebe Leser!

Leider darf ich immer noch nicht an Mamis Büchern herumkauen. Dabei zerreisse ich doch so gerne Papier und Pappe und verteile es im Wohnzimmer. Und im Flur. Und in der Küche. Und im Büro. Mami gibt mir manchmal einen dünnen Pappkarton, den ich zerfetzen darf. Aber bevor ich dazu komme, die Stücke weichzukauen und zu schlucken, sammelt Mami die Reste ein und läßt sie in der Speis oder in dieser großen Schublade verschwinden, die so interessant riecht. Dummerweise darf ich die nicht näher untersuchen. "Müll" sei nichts für mich, sagt Papa.

Na, egal. Jedenfalls hat Mami viele Bücher über mich gelesen. Also, nicht über MICH. Aber über meine Retrieverfamilie. Und über Hunde allgemein.

Ich sage zu Euch jetzt herzlich willkommen bei Montys Buchtipps!

Da ICH allerdings NICHT lesen kann, brauche ich etwas Hilfe. Und deshalb freue ich mich, einen Gast bei mir begrüßen zu dürfen, der sich in den nächsten Tagen mit mir über diese Bücher unterhält.

Monty: Hallo Mami!

Mami: Hallo mein Schatz. Danke für die Einladung.

Monty: Ich danke Dir für Deine Hilfe hierbei. Also, Mami, erzähl unseren Lesern doch mal, welches dieser Bücher sich Deiner Meinung nach am besten für's Zerkauen eignet. Welches hält am längsten?

Mami: Ähm, Monty?

Monty: Schmecken die mit dem festen Einband besser als die mit dem labbrigen?

Mami: Monty!

Monty: Gibt es auch welche mit Pansen-, Hühnchen- oder Eierkartongeschmack?

Mami: MONTY! RUHIG!

Monty: Hui!

Mami: Monty, die Bücher werden nicht zerkaut! Die liest man! Deshalb bin ich doch hier. Weil Du nicht lesen kannst. Wie die Bücher schmecken, könntest Du den Lesern doch selbst erzählen.

Monty: Ehrlich? Darf ich?

Mami: KÖNNTEST, Monty, wenn ich Dich lassen würde!

Monty: Achso. Na gut. Du hast also viel über mich gelesen, bevor ich zu Euch kam. Und weißt Du jetzt alles über mich, was Du wissen musst?

Mami: Natürlich nicht, mein Schatz. Das ist genau das Gleiche wie damals, bevor wir Deine jungen Herrchen hatten. Besonders vor dem älteren haben Papa und ich viele Bücher gelesen. Und als unser erstes Baby dann da war, war doch vieles anders als in den Büchern beschrieben.

Monty: Warum das denn?

Mami: Weil jeder Mensch, groß oder klein, und auch jeder Hund, ein Einzelwesen ist, das nicht vollständig in irgendwelche Formen und Regeln hineinpasst. Natürlich sind diese Bücher immer sehr hilfreich, weil es grundsätzlich Dinge gibt, die man wissen sollte, und die auch meistens für alle Kinder bzw. jungen Hunde gelten. Zum Beispiel was Pflege, Gesundheit, Erziehung und Fütterung angeht. Und darüber weiß man nun mal nichts oder nicht viel, bevor man sein erstes Kind oder seinen ersten Hund hat. Aber spätestens bei Erziehungsfragen gibt es wirklich die unterschiedlichsten Ansichten. Da muss man sich dann aus all den Vorschlägen seine eigene Meinung herausbilden.

Monty: Zum Beispiel?

Mami: Es gibt natürlich da auch Grundsätze, über die sich alle einig sind - zumindest die, deren Bücher ich hier gelesen habe. Jetzt reden wir mal nur über Hunde, nicht mehr über Menschenkinder.

Monty: Deshalb sind wir ja eigentlich auch hier.

Mami: Da hast Du recht. Ich möchte zum Beispiel nicht, dass Du ins Haus pullerst oder jemanden beißt. Und da rede ich nicht von Deinen spielerischen Knabbereien.

Monty: Warum sollte ich denn jemanden BEISSEN wollen? Und das mit dem Pullern, das war doch nur, weil ich ... weil ich ...

Mami: Schätzchen, sachlich bleiben. Das ist doch nur allgemein gesprochen. Das sind Dinge, die ein junger Hund lernen MUSS. Und da hatten wir ja schon große Hilfe von Deinem vorherigen Rudel mit Mami Emma und Züchtermami Gabi. Die haben schon die Grundlagen gelegt.
Aber das sind ja Bücher, aus denen erst mal ICH lernen muss. Also der Hundehalter, sagen wir mal. Denn wenn DU pullern musst, muss ICH Dir nunmal rechtzeitig die Tür aufmachen, damit es nicht im Haus passiert.

Monty: Genau!

Mami: Aber wenn es darum geht, ob Du auf's Sofa oder mit ins Bett darfst, und ob Du auf unseren Spaziergängen so viel schnüffeln darfst, wie Du möchtest oder erst einmal eine halbe Stunde stramm neben mir her marschieren musst, bevor ich Dir das erlaube ...

Monty: WIE BITTE?

Mami: ... dann sind das Dinge, an denen sich eben die Geister scheiden.

Monty: Geister? Spukt es etwa bei uns???

Mami: Nein, Monty, das sagt man nur so. Darüber sind die Menschen unterschiedlicher Meinung. Und eben auch die Menschen, die solche Bücher schreiben.

Monty: Die einen schreiben also, ich darf auf's Sofa, die anderen, ich darf nicht.

Mami: Richtig. Und das sind alles nur Ratschläge. Welchen davon ich annehme, entscheide ich selber.

Monty: Und Du musst natürlich unbedingt den Ratschlag annehmen, dass ich NICHT auf's Sofa darf. Na toll!

Mami: Aber dafür lasse ich Dich keine halbe Stunde neben mir marschieren, bevor Du schnüffeln oder pullern darfst!

Monty: Auch wahr. Nun ein paar Worte zu den Büchern. Die hast Du alle selber gelesen?

Mami: Ja, oder ich bin gerade noch dabei. Du weißt ja, ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig. Eins im Kindle, eins liegt am Bett, eins im Wohnzimmer, eins auf der Toilette ...

Monty: Du liest beim Pullern? Menschen sind komisch!

Mami: Ach Schatz, und WIE komisch, da hast Du noch nicht mal die Hälfte erlebt!

Monty: Und was ist ein Kindle?

Mami: Ein kleiner Computer für elektronische Bücher. Das ist praktisch, weil man da ganz viele Bücher auf einmal mit sich herumtragen kann.

Monty: Versteh' ich nicht. Egal. Danke, Mami, für diese Einführung. Das nächste Mal unterhalten wir uns dann über die Bücher, die Du gelesen hast.

Mami: Genau. Bis dann, mein Schatz.


Lieben Gruß

Euer Monty

Sonntag, 6. Juli 2014

Monty beim Familientreffen - Teil 1



Es wird Zeit, dass ich Euch mal wieder was erzähle.

Gestern haben meine Menschen und ich einen Ausflug gemacht. Erst fand ich das ja nicht so toll, dass ich schon wieder in das große Auto rein musste. Und dann sind wir schon wieder so lange gefahren. Mindestens tausendtrillionen Stunden!!!!
Aber dann sind wir irgendwann in eine Straße hineingefahren, an einem Haus vorbei, da standen ganz viele Leute! Und Hunde! So wie ich! Ein paar saßen auch noch hinten in ihren Autos. Ich durfte aussteigen und ein paar davon begrüßen. Eine davon war meine Mami! Also ... meine ECHTE Mami! Meine Hundemami Emma!

MAMI EMMA!

Leider musste ich dann erst mal wieder ins Auto. Wir sind noch ein Stück gefahren und dann wieder ausgestiegen. Da durften wir dann alle zusammen rennen und spielen.


Da waren außer mir ...


Ich



... und meiner Mami ...

Mami und ich. Der Nasse bin ich!


... noch zwei meiner Schwestern und zwei meiner Brüder.










Luna, Java, Leon und Henry!

Leider konnten Kaya, Jimmy, Jimmy und Cash nicht kommen.


Und natürlich war meine Züchtermami Gabi auch da.

Martina und Gabi
Und das links daneben ist Martina, die Menschenmami von meiner Schwester Luna.


Luna


Am tollsten war aber, dass wir zusammen schwimmen konnten.






Hinterher sind wir dann wieder Auto gefahren und in ein Restaurant gegangen. Da haben unsere Menschen dann was zu Essen bekommen. Ich wenigstens ein paar Leckerchen. Und müüüde war ich da.



Aber auch zufrieden.




Und schließlich kam Züchtermami Gabi noch mit der kleinen Emilia.




Das ist meine Großnichte, sagt Mami. Denn Emilia ist die Tochter von Franzi, und Franzi ist die Tochter von meiner großen Schwester Lilli. Also ist Emilia die Enkelin von Lilli und die Tochter meiner Nichte ... MÜSSEN die Menschen das alles immer so kompliziert machen?

Jedenfalls war es ein schöner Tag, und heute bin ich müde und hab gar nicht viel Hunger. Bin immer noch so aufgeregt.
Hoffentlich sehe ich meine lieben Geschwister bald mal wieder.

Lieben Gruß

Euer Monty

Samstag, 5. April 2014

MONTYPARTY!

Guten Morgen, liebe Leser!


ENDLICH ist es soweit!

Ich mit 5 Wochen. Porträtfoto: Susanne Westermann

ICH habe Geburtstag!

Ich mit 10 Wochen. Foto: Fam. Blank

Jetzt bin ich ein Jahr alt!

Ich mit 13 Wochen

Und meine lieben Geschwister natürlich auch!

Ich ganz neu! Foto: Fam. Blank


Und gewachsen bin ich natürlich auch. Ich wiege jetzt ungefähr 33 kg (Das wissen wir nicht so genau, weil ich nicht mehr so gerne gewogen werde). Und von Nase zu Schwanzspitze bin ich 140 cm lang (nicht mehr 110 wie vor einem halben Jahr)!

Meine Mami hat übrigens ein Geburtstagslied für mich geschrieben! Das heißt, sie sagt, sie hat es nur ein wenig UMgeschrieben. Das Lied selber hätte es schon gegeben. Zweimal sogar.
Ursprünglich hieß es: "Down by the River" von Albert Hammond. Und dann hat Volker Rosin es genommen und ein Geburtstagslied daraus gemacht.


Und das hier ist jetzt MEINS! :-)

Vor einem Jahr heut wie bestellt,
kam ein Welpe auf die Welt.
Ohne Zähne, ohne Schuh,
kaum zu glauben:
Das warst Du!

Hast gejault und in der Nacht
manches Mal ins Haus gemacht.
Heute tust Du das nicht mehr.
Herzlichen Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch!
Herzlichen Glückwunsch!
Du bist der Geburtstagshund!
Herzlichen Glückwunsch!

Dein ganzes Rudel sagt zu Dir:
"Du bist heut das Ehrentier.
Sei geknuddelt und geküsst.
Wir freu'n uns, dass Du bei uns bist."

"Hab heute einen schönen Tag!"
Das wünscht Dir jeder, der Dich mag.
"Ein langes Leben und viel Spaß!
Herzlichen Glückwunsch!"

Herzlichen Glückwunsch!
Herzlichen Glückwunsch!
Du bist der Geburtstagshund!
Herzlichen Glückwunsch!

Schön, oder? :-)

Also, liebe Brüder und Schwestern, wo immer Ihr auch seid, das Lied ist selbstverständlich auch für Euch! Mein Rudel und ich wünschen Euch allen einen schönen Geburtstag, und ich freue mich sehr auf das Wiedersehen mit Euch in ein paar Wochen.

Ach ja, und ... Diese Kerze hier:



ist übrigens nicht für mich. Die hat Mami für unser Regenbogenbrüderchen angezündet, das eigentlich auch heute hätte Geburtstag feiern sollen. Aber stattdessen ist es gleich weitergezogen und spielt jetzt mit Mama Emmas Kumpels Henry und Monty (jahaa! Nach dem bin ICH benannt!) im Regenbogenland. Wir sehen uns irgendwann wieder, Bro!


Und zu einem Geburtstag gehören natürlich auch Geschenke!



Aber erst sollte ich eine doofe Partymütze aufsetzen. Das fand ich GAR NICHT witzig!!

Huch! Was kommt da?



Was soll DAS denn?



Ihr seid ja wohl bescheuert!


Nimm das WEG DA!


Und DANN durfte ich endlich auspacken!!!!

Erst mal in Sicherheit bringen


Hmmm. Was da wohl drin ist?



Ein Rinderohr, ein Meter Rinderkopfhaut, ein Geschicklichkeitsspiel, eine Frisbee-Scheibe ... Aber:



... der absolute Renner war das Honigohr!!


Sooooo toll. Soooo lecker. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hineinbeißen sollte. Aber die Entscheidung hat Mami mir abgenommen, weil sie die meisten Leckereien erst mal wieder weggepackt hat. Blöd.

Nachher kommen noch Gäste für mich, habe ich gehört. Für die backt Mami einen Kuchen, von dem ICH dooferweise nix haben darf. Aber ich hab ja meine neuen Leckereien. Trotzdem zeige ich Euch, wie der Kuchen ungefähr aussehen wird:






Na dann mal guten Appetit!

Und ausgerechnet jetzt, wo eigentlich alles so toll ist, fühle ich mich auf der anderen Seite ganz komisch.
Ich hab nämlich soooooo Seeeeehhhhnsucht nach meiner Freundin, der Mopsine. Die riecht schon wieder so gut wie damals, als ich gerade ein halbes Jahr alt wurde. Legt die immer so ein tolles Parfum für mich auf, wenn ich was zu Feiern habe? Jedenfalls weiß ich nicht aus noch ein. Die Geburtstagsleckereien sind ja ganz nett und irgendwie auch sehr verlockend, aber eigentlich habe ich gar keinen besonders großen Appetit. Ich mag nur den ganzen Tag am Fenster liegen und Ausschau halten, ob sie nicht vorbei geht. Manchmal jaule ich ganz laut, weil ich hoffe, dass sie mich hört. Und das tut sie wohl auch. Ihr Herrchen hat meiner Mami erzählt, dass sie abends mal selber zwei Stunden an der Tür gesessen und gejault hat. Aber sie kann ja auch nicht einfach so raus und zu mir kommen. Sie mag mich, das weiß ich. Wenn wir sie treffen, dann legt sie sich manchmal vor mir auf den Rücken, aber meine Mami stellt sich dann auf meine Leine und lässt mich nicht an sie ran. Das finde ich doof, aber auf Mami muss ich hören. MÜSSTE ich hören. Nur KANN ich das nicht, in solchen Situationen.
Das Mopsfrauchen steht immer nur dabei und läßt meine Mopsine machen, was sie will. Und hinterher schimpft Mami, dass sie mich das nächste Mal einfach loslässt, wenn ich wieder so ziehe, und das Mopsfrauchen das einfach nur drollig findet. Warum LÄSST sie mich aber dann nie los, wenn wir sie wieder treffen? Ich verstehe Mami nicht. Ich verstehe mich selber nicht. Ich verstehe GAR NICHTS mehr, kann an gar nichts Anderes mehr denken, an ÜBERHAUPT nichts, wenn meine Mopsine ... oh ... Moment mal ... ich rieche Leberwurst!

Tschüss!

Lieben Gruß

Euer Monty


Samstag, 1. März 2014

Monty und Anka


Es wird wirklich langsam Zeit, dass ich Euch von meiner besten Freundin erzähle.
So gerne ich meine Mopsin Daria und die kleine schwarze Nachbarsdogge auch habe, meine allerbeste Freundin ist meine Cousine Anka. Nun, sie ist nicht wirklich meine Cousine, aber wir sehen uns so ähnlich, dass wir durchaus auch verwandt sein könnten. Wenn auch entfernt.

Das hier vorne ist sie. Und das sind wir, die gerade etwas Leckeres von ihrem Frauchen bekommen, weil wir so schön auf den Abruf gehört haben!

Das ist schon anderen Leuten aufgefallen! Einmal bin ich weggelaufen. (Jaaaaajaaaaaa, offensichtlich war es nicht in Ordnung von mir, dem Auto der Nachbarn hinterher zu rennen, die kurz vorher noch so lieb zu viert mit mir gespielt hatten. Papi war jedenfalls nicht fröhlich, als er mich abgeholt hat.) Und ein Nachbar, der weiter unten im Dorf wohnt, war draußen in seinem Garten. Da dachte ich, ich sag mal hallo. Er jedenfalls hat sich gewundert, dass ich alleine unterwegs war. Er hat mich aber nicht zu Mami und Papi zurückgebracht, sondern zu Ankas Frauchen, weil er dachte, ICH bin Anka.

Der nette Nachbar hat also bei Ankas Frauchen geklingelt, sie hat die Tür aufgemacht, mich gesehen und sofort angefangen zu schimpfen, wieso ich denn schon wieder weggelaufen bin! (Weil Anka das auch ab und zu macht. Sag ich gleich noch was zu.) Sie hielt mich nämlich auf den ersten Blick AUCH für Anka! Das war aber ein Hallo, als sie gemerkt hat, dass ich gar nicht SIE, sondern ICH bin!

Ich durfte dann in der Wohnung noch ein bisschen mit Anka spielen, bis Papi mich abgeholt und ganz dolle mit mir geschimpft hat....

Anka - das habt Ihr Euch schon gedacht - ist ein Golden Retriever, genau wie ich. Sie wird Ende Mai schon 11 Jahre alt. Da bin ich dann gerade EIN Jahr. Sie ist also zehn Jahre älter als ich! Aber mit ihr zu spielen, zu rennen, zu toben, macht sooo viel Spaß. Schaut mal hier:










Aber wir können auch ganz brav!



Anka - das hab ich ja vorhin schon erwähnt - geht auch gerne mal alleine spazieren. Aber nur im Sommer. Das kommt dann immer so: Sie legt sich, wenn es warm ist, gerne tagsüber im Garten schlafen. Und weil der Garten keinen Zaun hat, kann sie, wenn sie aufwacht, einfach losspazieren. Meistens merkt das keiner. Erst wenn zum Beispiel wir ihr bei unserem Spaziergang begegnen und sie nach Hause bringen, dann merkt ihr Frauchen das, weil wir ja bei ihr klingeln, damit sie Anka vorne wieder reinlässt. Warum Anka dann nicht einfach wieder in den Garten läuft und so tut, als wäre nichts gewesen, weiß ich auch nicht.

Ich mag meine Anka jedenfalls sehr gerne, und sie mag mich auch. Ich hoffe, dass sie noch lange bei mir bleibt und mit mir spielen kann.

Anka und ich, wir verstehen uns einfach wunderbar. Das macht uns beide und unsere Mamis sehr glücklich.

Lieben Gruß

Euer Monty

Dienstag, 24. Dezember 2013

Das Geschenk


Das Geschenk


Es war einmal vor vielen Jahren ein kleines Dorf am Fuße eines großen Berges, umgeben von Wald und Feldern. Dort lebte und arbeitete ein alter Lehrer, der in seinem langen Schulleben viele Kinder von ihrem ersten bis zu ihrem letzten Schultag unterrichtet und begleitet hatte. Er hatte gesehen, wie sie groß geworden waren, seine Schule verlassen, geheiratet und selber Kinder bekommen hatten, die ebenfalls eines Tages in seine Schule gegangen waren. Oder er war dabei gewesen, als sie von der Dorfgemeinschaft verabschiedet worden waren, weil sie in die Welt hinausziehen und dort ihr Glück suchen wollten.

Nun war das letzte Weihnachtsfest nahe, das er gemeinsam mit seinen zehn kleinen und größeren Schülern feiern wollte. Danach würde er in den Ruhestand gehen. Eine junge Lehrerin würde im neuen Jahr seinen Platz in der kleinen Schule einnehmen.

Zum Abschluss seines letzten Jahres wollte der alte Lehrer seinen Schülern noch einmal eine letzte Hausaufgabe stellen. Eine besondere Hausaufgabe sollte es sein, die ihm zeigen würde, ob seine Schüler bei ihm nicht nur Rechnen und Latein und Singen gelernt hatten, sondern auch etwas, das darüber hinaus wichtig wäre.
Auch ihren Eltern, die er ebenfalls bereits unterrichtet hatte, wollte er diese Aufgabe stellen. Genauso seinen anderen früheren Schülern, die heute im Gemeinderat saßen oder andere wichtige Ämter innehatten.

Diese Aufgabe lautete: Was würdest Du dem Jesuskind zum Geschenk machen?

Viele der ehemaligen Schüler, die nun Eltern waren, sagten sich, was will der alte Tor von uns? Wir sind nicht mehr seine Schüler! Was gibt er uns jetzt noch Hausaufgaben? und weigerten sich, etwas beizutragen.

Andere schrieben tatsächlich etwas auf und gaben es ihren Kindern mit in die Schule. Darunter waren viele praktische, wertvolle und nützliche Ideen.

"Ich schenke dem Jesuskind einen gusseisernen Ofen, damit es im Stall nicht friere." Oder:
"Ich schenke ihm wollene Decken, gegen die kalten Nächte auf seinen Reisen."
Oder :
"Ich schenke ihm Windeln." - "Einen Sack Kartoffeln" oder "Getreide." - "Eine Flasche Wein."

Auch der Dorfpfarrer war schon bei dem alten Lehrer in die Schule gegangen. "Ich schenke dem Christuskind Kerzen, mit denen es die Dunkelheit vertreiben kann."

Genauso der Arzt: "Ich schenke ihm Heilkräuter, damit es gesund bleibe."

Jeder nannte das, was ihm selbst am nützlichsten erschien.

Bei den Kindern war es nicht anders. Jedes hatte eine großzügige Idee, was man dem Neugeborenen bringen könnte.

"Ich schenke ihm ein warmes Mäntelchen."
"Mein Vater ist Imker. Ich schenke dem Kind ein Glas Honig."
"Wir haben viele Ziegen und Schafe. Da kann es ein Lämmlein und ein Zicklein bekommen, damit es immer Milch und Wolle hat."
Des Gutsbesitzers Sohn, der bald alt genug sein würde, die Schule zu verlassen, dachte praktisch: "Mein Vater will einen Ofen schenken. Da bekommt es von mir die Kohle dazu."
Die kleine Tochter des Bäckers hatte die Idee: "Ich backe dem Jesuskind ein Lebkuchenhaus."

Drei der Buben in des alten Lehrers Klasse waren Brüder und meinten, sich ganz schlau anzustellen, als sie zusammen nur ein Heft abgaben, in dem stand: "Wir machen es wie die Heiligen drei Könige und bringen dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe."

Ein anderer größerer Junge, von dem der alte Lehrer schon lange vermutete, dass er bestimmt eines Tages Bürgermeister werden würde, hatte einen besonders vorausschauenden Einfall: "Ich schenke dem Kind meinen Leiterwagen, damit es die vielen Geschenke, die es sicherlich bekommt, nicht tragen muss."

Der Lehrer hatte viel zu schmunzeln und wurde doch immer nachdenklicher bei der Lektüre der abgegebenen Hefte.

"Es sind alles brave Leute und gute Kinder," dachte er bei sich. "Sie geben gerne von dem Wenigen, das sie selbst besitzen. Aber sind es wirklich diese Dinge, die dem Christuskind gefallen würden?"
War es wirklich das Richtige, was seine Schüler von ihm gelernt hatten?

Nun lag nur noch ein kleines Heft vor dem alten Lehrer. Es war knitterig und hatte Flecken und Risse am Rand. Die Aufgabe war nicht an einem sauberen Tische ausgeführt worden, sondern dieses Kind hatte dabei auf dem Boden gesessen, wohl ganz nah am kleinen aber wärmenden Feuer, das Heftchen auf dem Schoße.

Es gehörte dem jüngsten Kind in des alten Lehrers Schule, einem kleinen Mädchen, das gerade erst Lesen und Schreiben gelernt hatte, und das einzige Kind einer sehr armen Familie war.

"Ich habe leider nichts," hatte das kleine Mädchen geschrieben, "das ich hernehmen und zur Krippe bringen könnte. Aber ich habe dem Herrn Lehrer und dem Herrn Pfarrer immer brav zugehört und habe gelernt, dass das Jesuskind nichts lieber möchte, als dass wir alle einander von Herzen lieb haben. Also schenke ich dem Jesuskind meine Liebe. Davon hab ich genug, sodass sie auch dann immer noch für meine Mama und mein Schwesterchen im Himmel, meinen Papa, meine Oma und alle Menschen in unserem Dorf reicht."

Da erkannte der alte Lehrer, dass er seine Frage falsch gestellt hatte. Sie hätte nicht lauten sollen "Was würdest du schenken?", sondern "Was würde das Jesuskind wollen, dass du schenkst?"

Dieses kleine Mädchen hatte es besser verstanden als er, wie wichtig und wertvoll die Liebe eines Kindes für die Welt sein kann.

Frohe Weihnachten.


Copyright Esther Koch 18. Dezember 2013