Per Anhalter durch meine Galaxis - Gedanken und Geschichten nicht nur von dieser Welt

"The following statement is false:
The previous statement is true.
Welcome to our corner of the universe

Anonymous
Seefra Denizen
CY 10210"
(Andromeda: The Past is Prolix)

Dienstag, 6. August 2013

Monty auf Mainau

Ausflug!!!
Also, DAS war mal wirklich was! Ich habe am Sonntag mit Mami und Papa einen Ausflug gemacht! Der war so toll, aber auch so anstrengend, dass ich mich gestern erst einmal ganz viel ausruhen musste.

Ich habe schon früh gemerkt, dass irgendetwas im Busch war. Mami und Papa sind hin und her gelaufen und haben Sachen erledigt und zusammengesucht. Ich dachte schon, gleich gehen sie fort, und ich muss es mir alleine auf meiner Schlafdecke im Flur gemütlich machen.

Aber als Mami ihren roten Rucksack holte und anfing, Dinge hineinzustecken, da habe ich doch mal etwas genauer hingeschaut. Das ist nämlich der Rucksack, mit dem wir immer in die Hundeschule gehen. Dass er rot ist, kann ich zwar nicht erkennen. Das hab ich Mami nur sagen hören. Aber der hat so schöne Außentaschen, und tatsächlich hat Mami meine Wassertrinkflasche in eine davon hinein gesteckt. Und in den Rucksack meine Flexileine, mein Mittagessen in einer Kühltasche und meine Leckerlidose! Sie würden mich also mitnehmen!

Aber wohin? Für die Hundeschule war es doch noch viel zu früh am Tag. Mein Frühstück war noch gar nicht lange her gewesen.

Schließlich ist Mami dann mit mir und ihrem roten Rucksack nach draußen gegangen. Papa hatte in der Zwischenzeit das große Auto aus der Garage gefahren.

Nein! Doch nicht das Auto! Muss das denn immer sein? Okay, zu meinen Welpenfreunden geht es auch immer mit dem Auto.
Was habe ich also gelernt? Mamis roter Rucksack bedeutet, dass sie mich mitnimmt und es interessant wird, es bedeutet aber auch, dass ich erst mal ins Auto muss! Mist!

Da wollte ich natürlich nicht rein und habe mich mit aller Kraft nach hinten in die Leine gestemmt. Ich liege nicht gerne alleine da im Fußraum herum!
Aber dann ist Mami eingestiegen und hat sich auf den Beifahrersitz gesetzt. Ich würde also NICHT alleine da liegen müssen. Na gut. Das würde ja dann nicht ganz so schlimm werden. Und bevor Mami nach mir greifen und mich ins Auto heben konnte, war ich ihr schon selber zu Füßen geklettert. Da hat sie aber gestaunt!

Was habe ich noch gelernt? Wenn wir mit dem großen Auto fahren, dann muss ich nicht alleine liegen, weil Papa immer dieses Auto fährt und mich nur zusammen mit Mami mitnimmt. Ob das wohl immer so bleibt?

Wir sind dann eine ziemlich lange Strecke gefahren! So lange, dass Mami zwischendurch eingeschlafen ist, und ich es kaum abwarten konnte, wieder auszusteigen, weil ich nämlich mittlerweile ganz dolle pullern musste.

Jetzt wird's aber Zeit ...
Endlich waren wir also am Ziel - wo immer das sein mochte, Papa sagte was von "Insel Mainau" - und gingen ein Stück spazieren. Da roch es ganz anders als daheim! Viel interessanter und abwechslungsreicher. Und bald habe ich gesehen, woran das lag. Plötzlich waren da ganz viele Menschen. Und auch Hunde! Und Blumen! Und Bäume! Und Wasser und Enten und Schwäne. Mit denen durfte ich aber nicht spielen. Papa sagte, die Schwäne seien gefährlich, und Mami wollte nicht, dass ich die jungen Enten erschrecke.

Immerhin gab es einen Brunnen, da konnte ich mich erst einmal der Länge nach hinein legen! Das gab viele Oooohs und Aaaaahs und "Ach wie süüüüß" von den Leuten, die vorbeigingen. Hatten die noch nie einen badenden Hund gesehen?

Überhaupt habe ich viele freundliche Leute kennengelernt. Die haben mit mir gesprochen, mich sogar fotografiert, mich auch manchmal einfach so gestreichelt. Das fand ich ein bisschen unheimlich. Normalerweise stellt man sich doch erst mal vor. Ich lecke den Leuten, die ich noch nicht kenne, ja auch nicht einfach so das Gesicht ab! Mami wurde dann auch immer ein bisschen unruhig und hat sich ganz nah neben mich gestellt.

Fast ein bisschen sauer wurde sie, als mich einer als "Dackel" bezeichnet hat! Also sowas aber auch!

Gerade als ich anfing, mich wohl zu fühlen, mit all den hohen Bäumen und dem duftenden Gras, da wurde es plötzlich kalt und stürmisch. Große Tropfen fielen vom Himmel. Mami und Papa haben sich mit mir unter dichte Bäume gestellt, unter denen es noch etwas trocken war. Der Regen hat mir ja nichts ausgemacht, aber der Wind war schon ziemlich gruselig, wie er so die Sträucher und Bäume in Bewegung gebracht hat.

Mami schlug vor, dass wir uns einen sichereren Unterstand suchen. Also sind wir weitergelaufen bis zum Schmetterlingshaus. Da durfte ich leider nicht hinein. (Warum nur?) Deshalb haben wir uns in einer großen Metallraupe untergestellt, und ich habe mit Papa draußen gewartet, während Mami sich die Schmetterlinge angeschaut hat.




Als Papa dann im Haus drin war, hat Mami mir im Kopf der Metallraupe mein Mittagessen gegeben. Danach wurde ich richtig müde.

Wenigstens hörte der Regen bald auf und die Sonne schien wieder. Wir sind in ein Café gegangen, wo ich mich unter dem Tisch bequem ausstrecken und schön tief und lange schlafen konnte.

Hinterher sind wir noch weiter spaziert, mit ganz vielen kurzen und langen Pausen. Wir waren in einem Rosengarten, in einem Palmenhaus (da waren die Fliesen schön kühl)

Schööön hier ...
und auf vielen grünen Wiesen, die vom Regen noch feucht waren.


Ich habe zwei kleine schwarze Hunde kennengelernt, von denen mindestens einer ein Mops war - beim anderen war ich mir nicht so sicher, der konnte auch eine kleine Dogge gewesen sein - und einen dunkelroten Labrador. Da waren noch viele andere Hunde, aber manche wollten nicht mit mir spielen, andere durften nicht.

Dann ging es zurück ins Auto. Aber das war okay. Wir mussten ja irgendwie heim kommen. Außerdem hab ich ja wieder bei Mami gesessen.
Ich hab es gerade so geschafft, mein Abendbrot zu futtern, bevor ich eingeschlafen bin und ganz bunt geträumt habe.



Das war ein schöner, aber auch ziemlich anstrengender Tag. Und das nächste Mal würde ich gerne irgendwo hin, wo ich öfter ins Wasser darf.

Liebe Grüße

Euer Monty




Donnerstag, 1. August 2013

Montys Welpenspielstunde


Na, DAS war doch mal eine ganz wunderbare Stunde in der Hundeschule! Ich war dort ja jetzt bereits zum vierten Mal, und es hat auch immer viel Spaß gemacht.

Mein Hundeplatz

Ich weiß allerdings nicht, warum die Trainerin das "Welpenspielstunde" nennt, wenn wir nur immer ein bisschen miteinander spielen dürfen, aber dann doch immer wieder bei unseren Mamis sitzen und liegen sollen.

Merkwürdige "Spielstunde"
Aber ganz viele klitzekleine Leckerlis bekomme ich dort. Jedesmal wenn ich offensichtlich etwas richtig oder ... "FEEEEEEEEIIIIIIIINNNNNN!" mache. Egal ob ich auf "Sitz!" höre oder auf meinen Namen oder ob ich unter einem Stuhl durchrutsche oder durch einen Reifen klettere - wozu DAS wohl gut sein mag? - oder ob ich ganz ruhig neben Mamis oder Papas Füßen liege. Das ist an den heißen Tagen auf dem Hundeplatz, obwohl dort ein riesiger Baum steht, noch das Zweitbeste nach dem Spielen mit meinen neuen Freunden. Neben Mami im Gras liegen und alleine dafür alle paar Momente ein Leckerli bekommen. Cool!

Dort habe ich eine kleine Terrierdame kennengelernt, die NOCH schneller flitzen kann als meine Mopsfreundin in unserem Dorf.
Terrierin, ich und Setter

Und einen Irish Setter, mit dem spiele ich sehr gerne, aber der lässt sich so leicht umschmeißen. Wenn ich dann auf ihm liege, dann zappelt der so lustig mit den Hinterbeinen. Aber das findet Mami nicht ganz so gut.

Beim Wrestling mit dem Setter gewinne immer ich!

Der Spanische Wasserhund scheint uns andere noch nicht so sehr zu mögen. Der muss immer erst gucken, was wir so machen, bevor er mitspielt. Und wenn wir ihm zu früh zu nahe kommen, dann bellt er uns an. Leider hat meine Mami noch kein Foto von ihm gemacht, weil sie immer versucht, mich zu knipsen. Und da der Wasserhund noch nicht mit mir spielt ... Kommt sicher noch.

Bei der nächsten Spielstunde war noch eine Deutsche Dogge dabei. Die hatte endlich mal mein Format! Mami sagt, die wird mal NOCH größer als ich! Das kann ich mir gar nicht vorstellen! Im Augenblick passen wir jedenfalls noch gut zusammen und verstehen uns sehr.

Retriever - Dogge ...
... Dogge-Retriever

Aber gestern ... das war die beste Spielstunde von allen bisher! Da komme ich doch mit Mami auf den Hundeplatz ... und wer erwartet uns? Ein anderer Golden Retriever! Ein entfernter Cousin von mir! Wir haben uns sofort entdeckt und angewedelt, und auch Mami und das andere Frauchen haben sich gleich angestrahlt!


Trotzdem ein bisschen vorsichtig ...

Er heißt Simba, ist eine Woche jünger als ich und kommt aus Schopfheim.

Schönheiten
Retriever-Knäuel
Wer kann höher?
Immerhin bin ich mindestens eine Woche älter!
Gemeinsam auf den Doggerich!
Eigentlich würde ich mich ja auf unser nächstes Treffen ein bisschen mehr freuen. Aber Mami hat gesagt, dass die Trainerin da mit uns in die Stadt gehen will. Und die Stadt mag ich doch nicht so gerne. Mit ihren stinkenden, dröhnenden Blechkisten! Was sollen wir denn da lernen? Aber wenn Mami mit mir da hin will, dann hat das schon seinen Grund.
Auf jeden Fall sehe ich da meine Freunde wieder.

Wir alle (außer Wasserhund)

Viele Grüße

Euer Monty














Montag, 29. Juli 2013

Montys Lieblingsplätze


Puh, war das in den letzten Tagen heiß! Das war schon gar nicht mehr schön. Endlich regnet es und ist ein bisschen kühler. Da funktioniert auch mein Kopf wieder, und ich kann Euch etwas Neues erzählen, wenn Ihr möchtet.

Heute zeige ich Euch meine Lieblingsplätze im Haus meiner Menschen. Das heißt, die Stellen auf meiner Etage, an denen ich gerne spiele, schlafe, kuschele und - das ältere junge Herrchen würde sagen - chille.
Wenn ich dann mal später selber in die anderen beiden Etagen darf, dann kommen da noch mehr schöne Plätze dazu.

Ich darf eigentlich überall hin.
Naja, fast.

Leider darf ich nicht auf's Sofa. Aber ich lege mich gerne davor. Oft, besonders abends, setzt Mami sich aber neben mich auf den Boden, und dann kuscheln wir.

Mein Kuschelplatz vor dem Sofa

Meine neue Mami hat in der ersten Woche auf dem Sofa geschlafen, und ich lag davor. Immer wenn ich dann unruhig wurde, hat sie eine Hand auf mich gelegt und mich gestreichelt, bis wir beide wieder geschlafen haben. Das war schön. Als die erste Woche vorbei war, konnte ich getrost alleine auf meinem eigentlich gedachten Schlafplatz im Flur schlafen, ohne Angst zu haben, weil ich wusste, dass mich meine Menschen auf keinen Fall verlassen würden.

Mein Schlafplatz
Mami hat erzählt, dass irgendso ein Wolf deswegen mit ihr geschimpft hätte. Woher kennt Mami denn Wölfe? Und wieso schimpft der mit ihr, wenn sie sich um mich kümmert? Ich habe mich jedenfalls so viel wohler gefühlt, als in der zweiten Nacht, als Mami für kurze Zeit den Versuch gemacht hat, mich draußen im Flur alleine zu lassen, weil dieser komische Wolf ihr das geraten hatte. Aber sie hat wohl gemerkt, dass mich das in Todesangst versetzt hat. Ich war doch vorher noch nie alleine gewesen! Meine Mami versteht mich eben.
Mami hat gesagt, der Wolf kommt bald mal zu uns ... Ich weiß noch nicht, ob ich ihn freundlich begrüßen oder ihm in die Reisetasche pullern soll ...


In der Nähe meines Schlafplatzes steht auch eine ganz große Uhr, die zweimal in der Stunde schlägt. Aber das stört mich nicht. Da hatte ich mich schnell dran gewöhnt.

Ein großes "Herz"
Am schönsten ist aber ihr kräftiges, regelmäßiges Ticken. Das klingt, als würde das Herz meiner Hundemami immer noch aus der Ferne über mich wachen und für mich schlagen. Das ist sehr beruhigend, wenn das restliche Haus still und dunkel ist.


Ich habe außer meiner Wasserschüssel im Futtergestell in der Küche auch bei meinem Schlafplatz eine stehen, weil ich ja nachts noch nicht in die Küche soll. Papa denkt, ich treibe dann Schabernack. Aber nachts bin ich doch viel zu müde dafür!
Aber wenn es sehr warm ist, dann kommt es schon mal vor, dass ich mich ganz gerne mal in meine Wasserschüssel hineinstelle. Das finden Mami und Papa aber dann nicht ganz so lustig.

Abkühlung

Draußen im Garten, oder was mal der Garten werden soll, ist es manchmal auch ganz angenehm. Je nach dem, wo die Sonne steht. Aber der erste Morgenspaziergang ist immer fein, da ist das Gras und das, was Mami "Unkraut" nennt, noch schön feucht und kühl.

Unkraut-Bad

Natürlich (!) gibt es auch in der Küche ein paar Fleckchen, an denen ich sehr gerne bin. Zum Beispiel ...

... zwischen Herd und Terrassentür.

Da bekomme ich sowohl mit, wenn draußen etwas vor sich geht, als auch, wenn Mami oder Papa etwas zu essen zubereiten.

Und vor dem ...

... Kühlschrank ...
halte ich mich besonders gerne auf. Dann können sich meine Menschen nicht mal, wenn ich schlafe, an mir vorbeischleichen, und sich etwas Leckeres holen. Ich WEISS, dass da drin meine Käsewürfel sind! Leider bekomme ich nicht jedesmal welche ...


Hier liege ich auch gerne mal tagsüber, wenn wir im Wohnzimmer sind, weil der Teppich schön weich ist und ich alles überblicken kann.


Wieso nennt das junge Herrchen das Ding "Schießbude"?
Allerdings kann dieses Gerät einen Höllenlärm machen, wenn das ältere junge Herrchen sich auf den Hocker setzt und mit diesen Stöckchen, auf denen ich leider auch nicht herumkauen darf, darauf einprügelt. Mami sagt dann immer, er soll damit warten, bis sie mit mir spazieren geht.


Hinter der "Schießbude" kann ich mich hinsetzen und aus dem großen Fenster auf die Straße gucken.
Mein Panoramafenster
Aber ich verstehe nicht, wieso ich nicht so lange bellen darf, bis die Katze gegenüber entweder verschwindet, oder rüber kommt und mit mir spielt ...


Natürlich habe ich auch eine schöne Decke im Wohnzimmer

Chill-time
Aber die zerre ich im Moment lieber durch's Zimmer.


Meine Mami hat ihr Büro vorübergehend aus dem Dachgeschoss ins Wohnzimmer verlegt, weil sie bei mir sein will, ich aber die Treppen noch nicht hinauf kann. Da habe ich auch meine Lieblingsplätzchen, um ganz nah bei ihr zu sein, wenn sie schreibt, während ich schlafe.

Seht Ihr mich?

"Spot the doggy!"
Hier bin ich - wenn auch unscharf. Aber meine Menschen wollen ja auch gar keinen scharfen Hund! Döffdääh!
"Gefunden!"
Oder ich lege mich direkt neben Mamis Arbeitsplatz zwischen die Eckbank und das Pflanzenregal, auf dem komischerweise nur ganz oben Pflanzen stehen.


Ich füüühl mich sooo wooohl!
So, das waren meine Lieblingsplätze auf meiner Etage. Ich hab es viel besser, als dieser kleine Kerl, der manchmal singt und manchmal aufgeregt herumflattert und mich aus großen kleinen Augen anstarrt, wenn ich vor seinem Tisch sitze und ihn betrachte. Mami nennt ihn Wellensittich. Und der darf nur in seinem Käfig sein. Ich hab keinen Käfig. Ich bin ein freier Hund, und das ist schön!

Alles Liebe

Euer Monty









Freitag, 19. Juli 2013

Monty, Mops und Pudelbisse

Heute muss ich mal was nicht ganz so Witziges erzählen. Ich habe mich zwar schon längst wieder beruhigt und es geht mir gut, aber meine Mami ist immer noch stinksauer und flucht seit gestern abend ständig leise vor sich hin.

Wie üblich habe ich gestern mit Mami meine Abendrunde gedreht. Dabei haben wir eine nette Mopsdame getroffen, die mit ihrem Frauchen gleich mit uns mitgegangen ist. Ich mag die kleine Mopsin gerne. Ich habe sie schon vor ein paar Tagen kennengelernt, als ich mit dem größeren jungen Herrchen spazieren war. Sie hat einen ganz besonderen Duft an sich und kann viel schneller rennen als ich. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich ihre kurzen Beinchen nicht verknoten können, wenn sie Haken schlägt.

Jedenfalls sind wir zu viert einherspaziert, und die Mopsin und ich waren an der Leine, weil wir ein Stück an einer Strasse entlang gegangen sind. Ihr wisst schon, die mit den stinkenden, dröhnenden Blechkisten, die zwar nicht häufig kommen, aber man weiß ja nie, wann eine auftaucht.

Weiter unten an der Strasse kam uns ein Nachbarpudel entgegen. Den kannte ich noch nicht. Die Mopsin aber schon. Wir haben uns alle drei beschnüffelt, und erstmal sah es so aus, als ob wir uns gut verstehen würden.

Aber plötzlich fing der Pudel an, laut zu knurren und mich zu beissen!! Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. ich habe doch nur an ihm geschnuppert und wollte mit ihm spielen! Er hätte mich doch wissen lassen können, dass er das nicht möchte. Muss er mich dann gleich so zwicken und kneifen?




Das war gemein!


Meine Mami hat sich sehr erschreckt und hat versucht, mich an der Leine wegzuziehen und mit ihren Beinen zwischen mich und den anderen Hund zu kommen. Irgendwann hat er mich dann losgelassen und ich hab mich zitternd hinter Mami versteckt. Sie hat sich dann zu mir heruntergehockt und mich in den Arm genommen und geschaut, ob ich verletzt bin.

Die Pudelbesitzerin meinte dann, ihr Hund hätte so reagiert, weil ich an der Leine war ... Das hat weder meine Mami kapiert noch ich. Warum greift der mich an, wenn ich an der Leine bin? Und die Mopsin war doch auch an der Leine ...

Mami und ich wären sehr froh, wenn uns das irgendjemand mal bitte erklären könnte!

Wir sind dann mit der Mopsin und ihrem Frauchen weiterspaziert und Mami hat darüber geschimpft, dass die Pudelbesitzerin nicht mal einen Finger gerührt hat, um ihren Hund von mir wegzuholen. Sie stand einfach nur da, hat geguckt und gesagt meine Leine wäre schuld.

Naja. Ich wollte das so schnell wie möglich vergessen und habe lieber mit der Mopsin - ohne Leine - Fangen gespielt.

Es geht mir heute auch gut, ich kann mich gut bewegen und mir tut nichts weh. Ich mag jetzt gar nicht mehr daran denken. Aber meine Mami regt sich immer noch auf. Vielleicht geht es ihr besser, nachdem wir Euch das jetzt erzählt haben.

Aber ich hoffe doch sehr, dass wir diesem Pudel so schnell nicht wieder begegnen.

Euer Monty


Sonntag, 14. Juli 2013

Monty und die Autos



Ich mag sie nicht.



Von mir aus wäre damit alles gesagt. Aber meine neue Mami ist der Ansicht, man müsste das noch ein wenig mehr ausführen.

Also gut.


Autos von innen: Ich mag sie nicht.

Der Fußraum ist viel zu eng. Ich bin ja jetzt schon kein Chihuahua. Aber ich kann nur hoffen, dass meine Menschen sich eine andere Transportmethode ausdenken, wenn ich noch größer werde. Immerhin liegt in der Kammer auf meiner Etage eine Decke, die genauso aussieht wie meine Schlaf- und meine Spieldecke. Und als ich neugierig daran herumgeschnuppert habe, hat meine neue Mami etwas von "die ist für's Auto" und "Rücksitz" und "Brustgeschirr" und "Sicherheitsgurt" gesagt. Ich bin gespannt.

Es brummt und vibriert und wackelt. Vor allem meine Heimfahrt von meinen Züchtereltern zu meiner neuen Familie war widerlich. Das ging immer hin und her und hin und her und hin und her. Auch wenn meine neue Mami versucht hat, mich so gut es ging festzuhalten. Als ich ihr dann mein Frühstück auf den Schuh gespuckt hab, hat sie zu meinem neuen Papa gesagt, das wären diese Schwarzwaldserpentinen, und ihr sei auch schlecht geworden, als sie auf der Strecke mal hinten im Auto gesessen hat. Ich fand es lieb von ihnen, dass sie nicht geschimpft haben. Ich konnte doch auch nichts dafür.


Autos von außen: Ich mag sie nicht.

Sie stinken und dröhnen und stinken und knurren und stinken. Sie erschrecken mich, wenn sie an mir vorbeifahren. Und hab ich schon erwähnt, dass sie stinken?

Es passiert ja nicht sehr oft, dass Autos nahe an mir vorbeifahren. Hier auf dem Dorf, wo wir wohnen und spazieren gehen, fahren nicht so viele Autos. Und wenn, dann sind sie meistens sehr weit weg von mir. Aber unheimlich sind sie mir dann doch noch. Neulich wollte ich versuchen, eines zu fangen. Aber das hat meiner neuen Mami nicht gefallen. Sie hat mich gefragt, was ich damit machen wolle, wenn ich es erwischt hätte ... Darüber muss ich mal gründlich nachdenken.

Ganz schlimm war vor ein paar Tagen das riesige Monster, das uns auf einem Dorfspaziergang begegnet ist. Das hat noch gigantischeren Radau produziert, als die Autos, die ich kenne. Und Räder hatte das! Größer als alle meine Menschen! Am liebsten wäre ich davongelaufen. Aber meine neue Mami hat gesagt, diese Dinger würden mir noch öfter begegnen und ich sollte gleich lernen, dass die mir nichts tun. "Traktor" hat sie das Monster genannt.
Blöder Name.
Meine Züchtereltern haben eine Garage. Und die hat ein Tor. "Das schließt nicht richtig," hat meine Züchtermami Gabi mal gesagt.
Aber was, beim großen Cu Sith, ist ein Trak? Und wo ist da das Tor?

Wir waren auch schon zum ersten Mal in der Stadt. Nicht lange. Aber um dorthin zu kommen, wo nur Menschen herumlaufen, und keine Autos fahren, mussten wir über zwei Straßen drüber. Und ein paar Schritte an einer Straße entlang gehen. Das war gruselig. Immer diese stinkenden Blechdosen, die plötzlich an uns vorbeigedonnert sind ... Igitt!

Meine neue Mami sagt, ich muss mich an das Autofahren gewöhnen, auch wenn ich es nicht mag. Immerhin sind wir vor vier Tagen mit dem Auto zur Welpenspielstunde gefahren. Das war schön. Dummerweise bleibt danach immer noch die Heimfahrt.

Aber ... wenn Autofahren bedeutet, dass ich dann nicht alleine zu Hause bleiben muss, dann ist mir das jetzt doch noch lieber. Und meine neue Mami hätte das gerne. Also werde ich versuchen, mich an das Auto zu gewöhnen.

Aber mögen werde ich es trotzdem nicht!

Euer Monty

Donnerstag, 11. Juli 2013

Gestatten? Koch! Monty Koch!


So. Endlich komme ich dazu, meiner neuen Mami ein bisschen was in ihr komisches kleines Klapperdings zu diktieren. Was ich in den letzten Tagen so erlebt habe zum Beispiel. Meine neue Mami sagt nämlich, dass die Welt in Wirklichkeit viel größer ist, als alles, was ich bisher gesehen habe. Und dass es auf dieser Welt noch viel mehr Menschen gibt, als die, die ich bisher kennengelernt habe. Und von denen wollen angeblich welche wissen, wie es mir hier so ergeht. Na gut. Das erzähle ich gerne.

Also. Das bin ich.





Ich wurde am 5. April 2013 geboren und bin ein Golden Retriever. Eigentlich heiße ich Just for Fun of Golden Dream Team. Aber das wäre zu lang, wenn meine neue Mami, mein neuer Papa oder meine jungen Herrchen mich rufen wollen. Deshalb nennt mich jeder Monty. Schick, oder?

Ich habe jetzt schon die dritte Mami. Und den dritten Papa. Wie das kommt? Ist ganz einfach. Ich hatte natürlich meine echte Mami. Die heißt Emma und hat mich geboren und in den ersten Wochen wunderbar versorgt. Sie hat mir alles beigebracht, was ich als kleiner Hund fürs Erste wissen muss. Meinen echten Papa kenne ich leider nicht. Aber ich weiß, dass er Eliott heißt. Er ist auch der Papa meiner großen Schwester Lilli, die bei meiner Mami und meiner Omi wohnt und mir und meinen Geschwistern in den letzten Wochen auch viel beigebracht hat.

Ich habe übrigens acht Geschwister! Drei Schwestern und fünf Brüder. Eigentlich hatte ich noch ein sechstes Brüderchen. Aber das ist leider sofort über die Regenbogenbrücke gegangen.
Da war meine Züchtermami, die Gabi, furchtbar erschrocken und traurig. Meine echte Mami hat sich nicht weiter darum gekümmert. Aber das war normal. Sie musste ja uns andere versorgen.

Und dann ist da noch mein Züchterpapa, der Theo. Der war auch immer sehr lieb zu uns Kleinen und Großen. Ich glaube, meine neue Mami würde sagen, er hat eine ruhige Energie. Was immer das heißen soll. Das hat sie wohl in einem der vielen Bücher gelesen, die auf dem großen Tisch herum liegen, und die ich leider nicht zerkauen darf.

Jetzt lebe ich seit ein paar Tagen bei meiner neuen Mami, meinem neuen Papa und meinen jungen Herrchen. Der jüngere spielt gerne und viel mit mir. Der ältere geht oft mit mir spazieren. Aber noch nicht so weit, weil ich immer noch sehr schnell müde werde und mich dann bei jeder Gelegenheit in selbst dem kleinsten Schatten niederlasse.

Meine neue Familie hat ein Häuschen mit drei Etagen. Aber ich darf nur in die mittlere, weil auch zu viele Stufen noch nicht gut sind für meine weichen Gelenke. Deshalb steht ein langes, breites Brett vor der Treppe nach unten und oben. Da steigen meine neuen Menschen immer drüber. Aber ich darf das nicht. Dabei stört es mich doch sehr, wenn sie nach unten gehen und deshalb plötzlich hinter dem Brett verschwinden. Wenn sie nach oben gehen, kann ich immer noch beobachten, wie sie sich auflösen. Erst ist der Kopf weg, dann der Körper, zum Schluss die Beine und die Füße. Irgendwie bin ich dann sicher, dass sie auch wieder zu mir zurückkommen, sie wollen ja sicher ihre Füße, Beine, Körper und Köpfe wieder einsammeln! Alleine bleiben finde ich nämlich auch noch nicht so prickelnd, auch wenn das bisher immer nur ein paar Minuten waren.

Dann fange ich manchmal an, am Rattansofa im Wohnzimmer herumzuknabbern, weil meine Zähnchen so gut zwischen die Hölzchen passen, die so interessant riechen. Aber dann knurrt meine neue Mami mich an und verbietet es mir. Wo hat die nur knurren gelernt? Das imponiert mir schon sehr. Ob ihr das auch diese Bücher beigebracht haben? Warte nur. Irgendwann erwische ich eins davon. Dann schaue ich nach!

Es gäbe mittlerweile schon so viel zu erzählen nach diesen wenigen Tagen. Aber wie gesagt, ich werde noch schnell müde. Deshalb gibt es ein andermal mehr.

Ich möchte nur zu meiner Züchtermami Gabi und meinem Züchterpapa Theo noch was sagen:
Ich habe mich bei Euch immer sehr wohl gefühlt, weil Ihr Euch so toll um mich gekümmert habt, wie man es sich als kleiner, hilfloser Welpe nur wünschen kann. Ich bin Euch sehr dankbar für alles und weiß, dass Ihr mich immer geliebt habt und mich auch jetzt noch liebt, auch wenn ich nicht mehr bei Euch bin. Und ich weiß, dass Ihr unmöglich uns alle behalten könnt und uns deshalb an andere liebe Familien gebt.
Ich glaube, Ihr habt mir hier eine ganz tolle Familie ausgesucht. Die lieben mich nämlich auch. Das merke ich zum Beispiel jedesmal, wenn meine neue Mami mich anguckt. Oder mein neuer Papa mit mir spricht. Auch wenn ich kein Wort verstehe.
Ich freue mich ganz dolle drauf, Euch spätestens um meinen 1. Geburtstag herum wiederzusehen. Euch und meine Mama und meine Geschwister.

Euer Monty





Freitag, 14. Juni 2013

Was ist Freiheit?


    Ich zum Beispiel hatte heute die Freiheit, in einem kleinen, überwiegend katholischen 300-Seelen-Dorf in BaWü am helllichten Tag, erhobenen Hauptes und unbewaffnet die dreiundzwanzig Exemplare des evangelischen Gemeindebriefes austragen zu können. Und dabei zwischendurch noch ein nettes Schwätzle mit dem einen oder anderen Mitdörfler zu halten.

    Zuerst habe ich gejammert ob der Anstrengung, die das Aufsuchen der auf das ganze Dorf bergauf und bergab verteilten Briefkästen zwangsläufig mit sich bringen würde.
    Aber als mir nach ungefähr der Hälfte klar wurde, dass das, was ich da gerade tat, nicht eben unbedingt überall selbstverständlich ist - und auch hierzulande nicht immer war! -, wurde plötzlich jeder Schritt zum wahren Vergnügen.

Aus dem gleichen Grund gehe ich wählen. Weil ich es darf, ohne Angst zu haben! Weil ich nicht unbedingt muss, um keine Angst zu haben!

Ab und zu sollte man sich bewusst machen, wie gut wir es eigentlich haben. Und damit sind keine materiellen Dinge gemeint. Wir dürfen denken, sagen, glauben, was wir wollen. Zumindest theoretisch. Ich konnte es heute jedenfalls. Und diese Einsicht war wunderbar.

In diesem Sinne: ein schönes, freiheitliches Wochenende.

Wandering Aengus


P.S.: Wäre doch schön, wenn wir jetzt noch alle lieben dürften, wen wir wollen. Und all das nicht nur theoretisch ...